Krankenkassa Kostenzuschuss wurde erhöht

Es gibt weitere Neuigkeiten zur Kostenzuschuss-Erhöhung: Wie ich bereits informiert habe, gab es eine Anpassung des Kostenzuschusses für Psychotherapie: Die Gebietskrankenkassen aller Bundesländer (WGKK, NÖGKK, OÖGKK, etc.) haben den Zuschuss auf Euro 28,– erhöht.  Weniger bekannt: Auch die SVA und die KFA haben den Zuschuss erhöht. Da das Organisatorische oft eine Hürde darstellt, möchte ich an dieser Stelle nochmals eine übersichtliche Information zur Verfügung stellen.


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Kostenzuschüsse für Psychotherapie ab 01.09.2018

  • Gebietskrankenkassen (GKK): 28 Euro
  • Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA): 28 Euro
  • Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien (KFA): 28 Euro

Kostenzuschuss für Psychotherapie wie bisher:

  • Versicherungsanstalt der Eisenbahnen und Bergbau (VAEB): 28Euro
  • Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB): 50 Euro
  • Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA): 40 Euro

Gut zu wissen:

  • Betrifft Selbstständige: Wie ich erfahren  konnte, refundiert die SVA bis Ende des Jahres 2018 aus organisatorischen Gründen nur 21,80. Allerdings gilt bereits seit 01.09.2018 der Kostenzuschuss von Euro 28,–. Insofern kann die Diffferenz auf Euro 28,– im Jänner 2019 als Nachforderung beantragt werden.
  • Lassen Sie sich von alten Formularen/Informationen nicht irritieren: Noch sind auf den Homepages der Krankenkassen die alten Beträge angeführt. Wie mir telefonisch versichert wurde, wird dies noch verändert und es gelten bereits die neuen Beträge. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, empfehle ich, direkt mit ihrer Krankenkassa Kontakt aufzunehmen und nachzufragen.
  • Ich habe für meine KlientInnen eine Linksammlung zu den jeweiligen Informationen und Formularen der Krankenkassen zusammen gestellt. Ich empfehle grundsätzlich jeder/jeden KlientIn, die/der einen Kostenzuschuss beantragen möchte, sich die Informationen der zuständigen Krankenkassa durchzulesen: Krankenkassen Zuschuss für Psychotherapie – wie beantragen – hier finden Sie die Linksammlung
  • Wenn Sie mehr über die Hintergründe der Erhöhung des Kostenzuschusses für Psychotherapie erfahren möchten: Hier finden Sie eine persönliche Einschätzung von mir.
  • Außerdem interessieren könnte Sie mein Informationsartikel zu: ELGA und psychische Gesundheit

Resilienz – Seelisches Immunsystem

Immer häufiger taucht auch im beruflichen Alltag das der Begriff „Resilienz“ in Form von Seminaren und Vorträgen auf.  Mit Resilienz ist die psychische Widerstandfähigkeit gemeint. Diese Woche durfte ich einen Vortrag zum Resilienz-Modell halten. Da es sich lohnt, einen Blick auf das Thema zu werfen, habe ich hier die wesentlichen Eckpunkte versucht, kurz zusammen zu fassen.

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Resilienz = Psychische Widerstandsfähigkeit

Unter dem Resilienz versteht man die psychische Widerstandfähigkeit – also die Fähigkeit Krisen aktiv zu bewältigen und daran zu wachsen. Ein resilienter Mensch ist demnach jemand, der eine Krise (durch sein aktives Zutun) bewältigt und sich dadurch sogar weiter entwickeln kann.

Das Resilienzkonzept zeichnet sich also durch drei Aspekte aus:

  1. Krise
  2. Aktive Bewältigung
  3. Weiterentwicklung

 

Fakoren für eine hohe Widerstandsfähigkeit

Wie kommt es also zu einer hohen Widerstandfähigkeit? In der Literatur werden mehrere Resilienz-Modelle mit verschienden sogenannten Resilienzfaktoren vorgestellt. Mit Resilienzfaktoren sind alle dem Individuum verfügbaren physischen, sozialen, psychologischen und emotionalen Ressourcen gemeint. Also Fähigkeiten bzw. Eigenschaften die man hat und die man aktiv dafür einsetzt, eine Krise zu bewältigen. In den vielen Resilienz-Modellen werden unterschiedlich viele „Resilienzfaktoren“ genannt. Beispielhaft möchte ich hier ein paar dieser Fähigkeiten/Kompetenzen, anführen, die als Resilienzfaktoren gelten  (nach K. Reivich/A.Shatté):

  • Aktive Beziehungsgestaltung bzw. Netzwerkgestaltung
  • Akzeptanz (zB von schwierigen Situationen, anderen Meinungen etc.)
  • Selbstwirksamkeit (selber Wege sehen und beschreiten, um etwas zu verändern)
  • Verantwortung (die eigenen Anteile sehen bzw. über das eigene Handeln)
  • Lösungsorientierung (zB Aktives Nachdenken über Lösung(swege- wenger über die Probleme/Ursachen/Schuld)
  • Optimismus bzw. Emotionskontrolle/Impulskontrolle (Umgang Gefühlen und Steuerungsmöglichkeit)
  • Zukunftsplanung und Gestaltung


Hintergründe, die man kennen sollte

  • Resilienz lateinsch „zurückspringen“, „abprallen“
  • Bei Material meint der Begriff Resilienz die Eigenschaft, dass das Material nach einer Belastung wieder in den Ursprungszustand zurückkeht.
  • Kinder mit Chance
    In den 70er Jahren erforschte die Wissenschaftlerin Emmy Werner folgendes Phänomen: Nicht alle Kinder, die unter schwierigsten sozioökonomischen Bedingungen oder Traumatisierungen aufwuchsen, entwickeln sich später im Leben ungut. Zwar weiß man, dass Belastungsfaktoren wie Gewalt, Armut, Missbrauch etc. häufig zu einer schlechten Entwicklung führen. Aber eben nicht immer. In einer Studie fand E. Werner heraus, dass 1/3 der Kinder sich allen Widernissen zum Trotz gut entwickelten. Sie erforschte auch, welche Faktoren dazu führen, dass sich die Kinder gut entwickelt haben. So entstand die Resilienzforschung.
  • Trost oder Druck
    Es ist natürlich tröstlich, dass schlechte Startbedingungen sogar eine Chance bedeuten können. Gleichzeitig kann es aber auch den Druck erhöhen, denn allzu verführerisch ist die Annahme: Wer resilient ist, bewältigt Krisen. Gerade im Übertrag des Resilienz-Modells auf den beruflichen Kontext hat das schon eine kritische Dimension. Dazu muss außerdem angemerkt werden, dass sich die Belastungsfaktoren einer schwierigen Kindheit (zB Gewalt) nicht unbedingt auf die Belastungsfaktoren einer Arbeitssituation (zB Arbeits- und Leistungsdruck) übertragen lassen. Insofern scheint ein differenzierter Umgang mit dem Resilienz-Modell sinnvoll. Gerade im Arbeitskontext ist die Verlockung groß, die Resilienz-Idee für einen Selbstoptimierungswahn zu instrumentalisieren. So nach dem Motto: Wenn man nur resilient genug ist, kann man auch mit dem Arbeitsdruck umgehen.

 

Mehr dazu:
Interesse an einem Vortrag?

Sollten Sie Interesse an einem Vortrag oder Workshop zum Thema Resilienz für Ihre Firma haben, können Sie mich gerne kontaktieren.
Neben einen interessanten Einblick in das Thema biete ich auch praxisnahe Ideen an, Resilienzentwicklung im beruflichen Alltag integrierbar ist.

Persönliches Coaching oder Psychotherapie
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Psychotherapeutin und Coach geht es häufig darum, die persönliche Ressourcen nutzbar zu machen. Wenn Sie sich für herausfordernde Themen professionelle Unterstützung wünschen, begleite ich Sie gerne. Auf meiner HP finden weitere Informationen zu meinem Angebot: www.elkeradhuber.at

MISS-Interview: Suchtfaktor Social Media

Wunderbare Urlaubserinnerungen mit Freunden teilen – ein nachvollziebares Bedürfnis. Früher war dies aber nur eingeschränkt möglich. Kaum wer erinnern sich noch an die Einladungen zu Diashow-Abenden vom letzten Urlaub. Heute teilt man auf Instagram, Facebook und Co. geschönte Pics. Das dies auch zu einer Obsession führen kann, damit beschäftigt sich ein aktueller Beitrag im Lifestyle-Magazin MISS. Ich habe hierzu ein Interview gegeben. Man erfährt, warum übermäßige Social Media Nutzung den Narzissten in uns wecken kann und wieso wir „Likes“ so sehr lieben, ja förmlich süchtig danach werden können.

Hier klicken zum Nachlesen des Artikels (als pdf)

Vacaygoals Miss - Soical Media Sucht Artikel

Kostenlose Bewegungsangebote im Sommer

Für die Seele kann es äußerst positiv wirken, ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm zu haben. Nun gibt es österreichweit in Parks die Möglichkeit kostenlos und unverbindlich an Bewegungsangeboten teilzunehmen. Von Parkour-Freerunning über Yoga bis hin zu  Rückentraining gibt es ein attraktives buntes Programm. Für die Seele gibt es 3 gute Gründe solche Angebote zu nutzen:

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Foto: Pixels CCO von Tirachard Kumtanon

1) BEWEGUNG für Körper, Geist und Seele
Längst bekannt ist, dass sich sportliche Aktivität nicht nur körperlich positiv auswirkt: Auch unsere geistige Leistungsfähigkeit wird gesteigert. Es zeigte sich sogar in Studien, dass durch regelmäßigen Sport das Demenzrisiko signifikant reduziert (mehr Info hier) werden kann. Auch gilt als belegt, dass sich psychische Erkrankungen (wie beispielsweise Depression) durch regelmäßige Bewegung verbessern können.

2) LICHT für die Körper, Geist und Seele
Tageslicht ist enorm wichtig für unseren Biorhythmus. Ein komplexes Zusammenspiel von unterschiedlichen Botenstoffen sorgen in unserem Körper dafür, dass wir zu einem gesunden Biorhytmus finden. Was sich wiederum auf unsere Schlafqualität und unseren Energiehaushalt auswirkt. Was viele nicht wissen: Tageslicht wird über Haut und Augen aufgenommen und ist enorm wichtig, damit die Botenstoffen angeregt werden und dieses  Zusammenspiel gut funktionieren kann. Außerdem benötigt unser Körper Tageslicht um Vitamin D produzieren zu können. Gerade in unseren Breiten ist es daher sehr wichtig, im Sommer ausreichend unsere Vitamin D-Depots zu füllen. Ein Mangel kann unter anderem zu Gedächtnisschwäche und Depression führen.

3) SOZIALE KONTAKTE für Körper, Geist und Seele
Gefühlte Einsamkeit wirkt für die Betroffenen meist bedrückend. Außerdem zeigen viele Studien, dass es Zusammenhänge bei verschiedenen psychischen Erkrankungen und einer gefühlten Einsamkeit gibt. Sogar die geistige Leistungsfähigkeit kann darunter leiden. Da es oft gar nicht so leicht fällt, aus einer Einsamkeit heraus wieder Gefallen an sozialen Kontakten zu finden, kann ein sanfter Zugang hilfreich sein. Es bieten sich hierfür Gruppenaktivitäten besonderes im sportlichen Bereich an.

Wie finde ich Zeit und Ort der kostenlosen Angebote
Auf der Homepage „Bewegt im Park“ (–> hier) kann man alle Bewegungsangebote finden: Von Tanzen, Parkour, Zumba, Frisbee, Tai Chi, Fechten, Ballsportarten, Bootcamp, Wirbelsäulengymnastik etc. wird ein breites Spektrum abgedeckt.  Mit einer bequemen Suchfunktion wird man schnell fündig, wo was stattfindet. Von Juni bis September 2018 gibt es dieses Angebot. Finanziert wird das Angebot von den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Mehr dazu lesen:

Bewegt im Park – Homepage

Das könnte Sie auch interessieren: Beiträge zu meiner Serie „Energie und Kraftquellen“:

Gute Nachrichten: Kostenzuschuss wird erhöht

Zum Sommerbeginn gab es gute Nachrichten, die mich persönlich sehr freuen: Der Zuschuss der Gebietskrankenkassen und SVA für eine Psychotherapiestunde wird von Euro 21,80 auf Euro 28,– erhöht. Die Erhöhung des Zuschusses tritt ab 01.09.2018 in Kraft.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass das Finanzielle häufig eine Hürde bei der Behandlung ist. Natürlich ist mir klar, dass mit der Erhöhung nicht alle Probleme gelöst werden. Ich denke aber, ein kleines Stück wurde diese Hürde in Angriff genommen und ein guter Schritt, um Gesundheit in Österreich mit modernen Therapiemethoden zu fördern.

Quang Anh Ha Nguyen_pexels-photo-884977Foto: CCO Pixels Quang Anh Ha Nguyen

Meine persönliche Sicht
Da ich weiß, dass für KlientInnen Psychotherapie nicht immer leicht zu finanzieren ist, habe ich mich seit Jahren persönlich intensiv für eine Erhöhung eingesetzt: Ich habe zahlreiche Briefe an namhafte PolitikerInnen, InteressenvertreterInnen und KollegInnen geschickt. Ich habe zudem Vorträge zur Notwendigkeit einer besseren Finanzierbarkeit gehalten. Außerdem habe ich viele persönliche Gespräche zur Bewusstseinsbildung geführt.
Eine Psychotherapie-Stunde in der Privatpraxis kostet seinen Preis, da davon Steuern, Versicherung, Praxiskosten etc. bezahlt werden müssen. Eingerechnet werden muss außerdem die Vor- und Nachbereitung jeder Gesprächsstunde. Hinzu kommen Fortbildung, die zu jeder professionellen Privatpraxis dazu gehört und wozu PsychotherapeutInnen auch gesetzlich verpflichtet sind. Schließlich müssen PsychotherapeutInnen nach neuesten Erkenntnisstand der Wissenschaft im Wohle der KlientInnen arbeiten können. Insofern müssen PsychotherapeutInnen in Privatpraxis eine bestimmte Honorarhöhe verrechnen, denn nur so kann eine hohe Qualität gewährleistet werden, dh. professionell und kostendeckend gearbeitet werden.
Dies erscheint für den Einzelen natürlich zuerst einmal teuer, verglichen aber mit volkwirtschaftlichen Kosten, die einer Nichtbehandlung erwachsen (zB Spitalsaufenthalte, Krankenstände, Berufsunfähigkeit etc.), ist Psychotherapie höchst effektiv. Insofern ist selbstverständlich der einzige Weg, dass der Kostenzuschuss für Betroffnene merklich erhöht wird und somit auch der Zugang zur Behandlung erleichtert wird.

Insofern bin ich sehr glücklich darüber, dass bei der Trägerkonferenz der neun Gebietskrankenkassen beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger die Zuschusserhöhung zur Psychotherapie von Euro 21,80 auf Euro 28,– Euro ab 01.09.2018 festgesetzt wurde.

Ich möchte mich hiermit bei allen bedanken, die für eine Erhöhung bisher eingesetzt haben. Auch der Berufsverband der PsychotherapeutInnen ÖBVP setzt sich weiterhin für eine Erhöhung ein, eigentliche Forderung seitens des ÖBVP ist die Erhöhung auf Euro 40,–. Mehr dazu siehe dazu APA-Ots-Meldung hier.

Mehr lesen zum Thema:

Mehr Infos zur Verrechung über die Krankenkassa – hier

Wie wirkt Psychotherapie im Gehirn

Deutsche Uni-Kliniken haben untersucht, wie Psychotherapie im Gehirn wirkt. Das verlinkte 3 Minuten Video vom ARD fasst die Forschungsergebnisse verständlich zusammen. Dabei wird prägnant erklärt, warum Psychotherapie die Chance auf eine positive nachhaltige Veränderung birgt. Gleichzeitig wird deutlich, dass Psychotherapie ein Prozess ist, wo der/die KlientIn einen sehr aktiven Part einnimmt.

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Hier gehts zum Video…..klicken

 

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