Sich keinen (!) Neujahrs-Vorsatz gönnen

Zum Jahreswechsel gibt es viele Bräuche, um ein gutes neues Jahr einzuläuten. Neujahrsvorsätze sind Klassiker. Oft ist auch die Rede von Neujahrs-„Challenge“ – also einer Herausforderung, der man sich stellen könne. Beliebte Ziele sind dabei: ein paar Kilo abzunehmen, mehr Sport zu machen, mit dem Rauchen aufzuhören oder weniger Alkohol zu trinken. Gängig ist auch: mehr Zeit mit der Familie verbringen, weniger TV – mehr Gespräche, Geld sparen etc.

Fraglos sind dies meist gut nachvollziehbare Wünsche fürs neue Jahr.

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Foto: CC0 Gratisorgraphy

Vorsatz-Pause – warum eigentlich?

Oft sind diese guten Vorsätze gar nicht so leicht umzusetzen. Da muss der so genannte Schweinehund erst mal besiegt werden und überhaupt fehlt die Zeit. So wird unsere ohnehin meist lange To-Do Liste noch ein Stück länger. Unerledigtes erzeugt oft eher Stress und Druck als Wohlbefinden. Insofern wirken Neujahrsvorsätze nicht selten kontraproduktiv: Sie werden nicht umgesetzt und hinterlassen den schalen Nachgeschmack „etwas nicht geschafft zu haben“.

Vorschlag: Machen sie es umgekehrt

Machen Sie symbolisch Platz.  Misten Sie aus. Wenn Raum entsteht, wird sich ganz von alleine etwas Neues in Ihrem Leben einfinden: Ob dies neue Gedanken oder etwas Materielles ist – sei dahin gestellt. Vielleicht tut es auch gut, „Freiräume“ einfach als solche zu belassen und sich zu gönnen, dass nicht alles „angeräumt“ ist. Gönnen Sie es sich heuer, keinen „Guten Vorsatz“ – sondern misten Sie einfach irgendwas aus.

Es sich leicht machen

Es ist dabei vollkommen gleichgültig, ob es das Sockenfach in ihrem Kleiderschrank ist, der Zeitschriftenständer, eine „Durcheinander“-Lade im Schreibtisch, eine Kiste im Keller oder etwas anderes. Wichtig dabei ist nur: Es soll etwas Kleines sein. Etwas, was relativ schnell erledigt ist und nicht Gefahr läuft, zur Erweiterung einer To-Do-Liste beizutragen. Entsorgen Sie die ausgemisten Dinge nachhaltig: Trennen Sie den Müll oder spenden Sie. So kann aus etwas „Überflüssigem“ etwas „Sinnvolles“ an einer anderen Stelle werden. Und dann erlauben Sie sich, den Platz einfach frei  zu lassen (bzw. weniger vollgeäumt). Warten Sie, ob er sich wieder füllt und wenn nicht – ist es auch gut.

 
Falls es doch lieber ein Vorsatz sein soll – hier Anregungen:

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ELGA und psychische Gesundheit

Die Vertraulichkeit der Daten rund um die psychische Gesundheit sind den meisten Menschen ein großes Anliegen. Psychotherapie unterliegt daher einer sehr strengen Verschwiegenheit (siehe Psychotherapiegesetz in Österreich). In letzter Zeit fragen mich KlientInnen öfters, welche Bedeutung ELGA für sie hat. Ich habe daher die Antworten hier zusammen gefasst:

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Was bedeutet ELGA?
Elektronische Gesundheitsakte – in der verschiedene Daten, Befunde etc. gesammelt werden. Ausführliche Beschreibung finden sie hier

Wer hat Zugriff zu meiner elektronischen Gesundheitsakte?
In erster Linie man selber. So kann man selbst auf (Labor)Befunde etc. zugreifen. Man muss sich hierfür einen sicheren Zugang (siehe Bürgerkarte) besorgen. Zudem lt. Homepage von ELGA (Abruf der HP 02.12.2017 nachstehend zusammengefasst:

„Es sind dies neben der Patientin bzw. dem Patienten selbst ausschließlich nur jene Ärztinnen und Ärzte oder ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter (kurz: ELGA-GDA), die tatsächlich gerade die betreffende Patientin bzw. den betreffenden Patienten behandeln oder betreuen.

  • Krankenanstalten
  • Einrichtungen der (mobilen und stationären) Pflege
  • Ärztinnen und Ärzte
    (ausgenommen: Ärztinnen und Ärzte im Dienst der Sozialversicherung oder anderen Versicherungen, Ärztinnen und Ärzte mit behördlichen Aufgaben wie Amtsärztinnen und Amtsärzte oder bei der Musterung für den Wehrdienst, Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner, Schulärztinnen und Schulärzte)
  • Zahnärztinnen und Zahnärzte
    (ausgenommen: Dentistinnen und Dentisten, Zahnärztinnen und Zahnärzte im Dienst der Sozialversicherung oder anderer Versicherungen, Amtszahnärztinnen und Amtszahnärzte)
  • Apotheken“

Wer hat KEINEN Zugriff auf die Elga-Gesundheitsdaten?
lt. Homepage von ELGA (Abruf der HP 02.12.2017 – hier gesamte Info abrufbar)

  • „Chefärztinnen und -ärzte der staatlichen Sozialversicherungen
  • Ärztinnen und Ärzte, die für private Versicherungen Untersuchungen durchführen
  • Behörden sowie Amtsärztinnen und Amtsärzte
  • Schulärztinnen und Schulärzte
  • Betriebsärztinnen und Betriebsärzte
  • Stellungsärztinnen und -ärzte des Bundesheeres
  • Jene Ärztinnen und Ärzte, die durch den Patienten vom Zugriff ausgeschlossen wurden“

Wann startet ELGA?
ELGA wird schrittweise eingeführt. Zunächst werden Institutionen und Spitäler an ELGA angebunden – was teilweise bereits erfolgt ist. Sofern es aus diesem Bereich Befunde etc. bereits gibt, können diese schon jetzt abgerufen werden. Hier findet sich mehr Infos dazu, inkl. einer Liste der angebundenen Spitäler.  Wann ELGA generell wo starten soll, wird durch eine neue ELGA Verordnung festgelegt.

Welche Daten werden in ELGA verfügbar gemacht?
lt.  ELGA-Auskunft vom 24.11.2017 sind dies aktuell:

  • „ärztliche und pflegerische Entlassungsbriefe der öffentlichen Krankenhäuser
  • Laborbefunde
  • Radiologiebefunde
  • Medikationsdaten
    Weiters sind geplant:
  • Patientenverfügungen
  • Vorsorgevollmachten
  • Gesetzliche medizinische Register“

Scheinen auch Psycho-Pharmaka (zB Antidepressiva, Antipsychotika etc.) in ELGA auf?
Ja – außer man macht ein „situatives Opt-Out. Detaillierte Ausführung dazu lt. ELGA-Auskunft vom 24.11.2017:

„In der e-Medikation werden Kassen-, Privat- und Substitutionsrezepte gespeichert. Sofern der Patient sich von ELGA nicht abgemeldet bzw. keinen „siuativen Opt-Out“ (z.B. „Dieses Arzneimittel soll nicht in der e-Medikation eingetragen werden!“) ausgesprochen hat, sind Ärzte mit Kassenvertrag verpflichtet, alle Medikamente, die sie verordnen, in die e-Medikationsliste des Patienten einzutragen. Über die am Papierrezept aufgedruckte eMED-ID (ein von Scannern lesbarer 2-D-Matrixcode) können in der Apotheke die Verordnungen am jeweiligen Rezept abgerufen werden. Die Apotheke sieht ausschließlich die am Papierrezept angegebenen und in e-Medikation gespeicherten Verordnungen. Sie hat keinen Zugriff auf die gesamte e-Medikationsliste. Nicht rezeptpflichtige Medikamente (OTC-Präparate), die eventuell wechselwirkungsrelevant sind, können durch die Apotheke allerdings in die e-Medikationsliste eingetragen werden. Dazu ist das Stecken der e-card in der Apotheke erforderlich. D.h. ohne, dass der Patient es selbst möchte, hat die Apotheker keinen Zugriff.“

Was genau bedeutet „situatives Opt-Out“?
(ELGA-Auskunft vom 24.11.2017)
„Es besteht für Patienten die Möglichkeit, der Aufnahme von Gesundheitsdaten in ELGA vor Ort im Krankenhaus oder beim niedergelassenen Arzt zu widersprechen. Durch dieses so genannte „Situative Opt-Out“ (ELGA-G § 16 Abs. 2) werden diese Gesundheitsdaten weder für den weiter behandelnden Arzt noch für den Patienten selbst über ELGA abrufbar. Wenn somit ein Patient bei einem stationären oder ambulanten Aufenthalt bzw. bei einem Besuch bei einem niedergelassenen ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter ein „Situatives Opt-Out“ erklärt, werden keine Daten für ELGA bereitgestellt – weder e-Befunde noch Verordnungen von Medikamenten. Der ELGA-GDA kann – bei aufrechtem Behandlungsverhältnis – bestehende ELGA-Gesundheitsdaten aber weiterhin auslesen. Bei einem Spitalsaufenthalt wird der Widerspruch meist mittels Formular erfasst und lokal elektronisch gespeichert. Das situative Opt-Out wird nur beim jeweiligen ELGA-GDA dokumentiert.“

Scheint eine psychische Diagnose in ELGA auf?
Ja – aber lt ELGA-Auskunft vom 24.11.2017 muss der/die PatientIn hier über das Widerspruchsrecht informiert werden. Wenn man vom Widerspruchsrecht Gebrauch macht, dann scheint die Diagnose nicht auf. Nachstehend die genaue Erklärung:

„In folgenden Fällen müssen ELGA-GDA die Patienten zusätzlich gesondert über ihr Widerspruchsrecht im Anlassfall („Situatives Opt-Out“) informieren:

  • bei psychischen Erkrankungen (als Hauptdiagnose),
  • bei genetischen Untersuchungen (lt. GTG §71a Abs. 1),
  • bei Schwangerschaftsabbruch sowie
  • bei HIV-Infektionen.“

Scheint das Formular „Kostenzuschuss zur Psychotherapie“ in ELGA auf?
Bei Antrag auf Kostenzuschuss für Psychotherapie bei der zuständigen Krankenkasse: Ab einer bestimmten Anzahl von Sitzungen (meist 10 Sitzungen) müssen KlientInnen (gemeinsam mit der Therapeutin) ein Formular ausfüllen, um einen Zuschuss für die Psychotherapie refundiert zu bekommen. Dieses Formular muss der/die KlientIn an die Krankenkassa schicken um eine Kostenrefundierung zu bekommen. Die Höhe hängt von der jeweiligen Krankenkassa ab (zw.ca. Euro 21,80 bis 50,–) einen Kostenzuschuss für die Psychotherapie bei ihrer Krankenkassa beantragt – eine Abspeicherung bei ELGA erfolgt nicht lt. ELGA-Auskunft vom 24.11.2017:

„Anträge für Kostenzuschuss o.ä. werden in ELGA NICHT gespeichert.“

 

Mehr Infos zum Thema ELGA:

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