Depression bei Frauen

Sind Frauen häufiger von Depressionen betroffen? In diesem Beitrag habe ich versucht die wesentlichen Fakten dazu zusammen zu fassen.  Neben den Grundbeschwerden, die für Männer und Frauen gleichermaßen gelten, gibt es viele Hinweise darauf, dass sich eine Depression bei Frauen und Männern im Detail mitunter recht unterschiedlich zeigt.

Depression_unsplash.com_pexels-photoFoto: CC Photo by Eutah Mizushima on Unsplash

Frauen gelten als das depressive Geschlecht – soweit das Klischee. Dies wird durch  Studien untermauert, wonach Frauen im Laufe Ihres Lebens ein Risiko von 16 – 22 % haben, an einer Depression zu erkranken, während Männer nur zu 8 bis 12% betroffen sind.

Spezifika bei Frauen

Neuere Forschungen geben jedoch Hinweise darauf, dass sich sich die Symptomatik von Männern stark unterscheiden können. Und wenn dieser Faktor miteinbezogen wird, dann dürfte Depression keine typische „Frauenkrankheit“ sein. So wie bei einem Herzinfarkt die Symptome bei Mann und Frau anders ausschauen – und das dazu verleitet, die Lage falsch einzuschätzen – scheint das auch bei Depressionen so zu sein. Nur dass hier eher die typisch weiblichen Symptome erkannt werden. So gesehen könnte man sagen, ist es ein gewisser „Vorteil“ für Frauen, da dadurch eine Depression bei Frauen eher entdeckt und behandelt wird. Neben den sogenannten Kernsymptomen sind typische Symptome beispielsweise:

  • Ängste
  • Gefühlsleere (insbesondere Freudlosigkeit)
  • Hoffnungslosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Körperliche Beschwerden (zB. Schmerzen, Libidoverlust, Müdigkeit etc.)
  • Niedriges Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • Teilnahmslosigkeit etc.

Die Symptome sind natürlich bei den Betroffenen nicht immer gleich. So kann das eine oder andere gar nicht zutreffen – aber dafür etwas anderes. Eine umfassende Aufzählung möglicher Symptome sind im ICD festgehalten.

Neben geschlechtsneutralen Faktoren (zB belastende Lebensereignisse etc.) gibt es biopsychosoziale Faktoren, die wohl spezifisch für Frauen sind und eine Depression auslösen können. Ich möchte besonders den komplexen weiblichen Hormonhaushalt ansprechen, der mitunter auf Veränderungen sensibel reagieren kann (zB im Zyklusverlauf, Geburt, Wechsel, hormonelle Verhütungsmittel…) sowie gesellschaftliche Rollen(bilder) im Wandel mit den dazu gehörigen Herausforderungen wie sozialisierte passive Verhaltensweisen (zB Hilflosigkeit, Schuldgefühle) im beruflichen und privaten Spannungsfeld. Daraus können sich Mehrfachbelastungen und massive (Über)Forderungen ergeben.

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