Resilienz – Seelisches Immunsystem

Immer häufiger taucht auch im beruflichen Alltag das der Begriff „Resilienz“ in Form von Seminaren und Vorträgen auf.  Mit Resilienz ist die psychische Widerstandfähigkeit gemeint. Diese Woche durfte ich einen Vortrag zum Resilienz-Modell halten. Da es sich lohnt, einen Blick auf das Thema zu werfen, habe ich hier die wesentlichen Eckpunkte versucht, kurz zusammen zu fassen.

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Resilienz = Psychische Widerstandsfähigkeit

Unter dem Resilienz versteht man die psychische Widerstandfähigkeit – also die Fähigkeit Krisen aktiv zu bewältigen und daran zu wachsen. Ein resilienter Mensch ist demnach jemand, der eine Krise (durch sein aktives Zutun) bewältigt und sich dadurch sogar weiter entwickeln kann.

Das Resilienzkonzept zeichnet sich also durch drei Aspekte aus:

  1. Krise
  2. Aktive Bewältigung
  3. Weiterentwicklung

 

Fakoren für eine hohe Widerstandsfähigkeit

Wie kommt es also zu einer hohen Widerstandfähigkeit? In der Literatur werden mehrere Resilienz-Modelle mit verschienden sogenannten Resilienzfaktoren vorgestellt. Mit Resilienzfaktoren sind alle dem Individuum verfügbaren physischen, sozialen, psychologischen und emotionalen Ressourcen gemeint. Also Fähigkeiten bzw. Eigenschaften die man hat und die man aktiv dafür einsetzt, eine Krise zu bewältigen. In den vielen Resilienz-Modellen werden unterschiedlich viele „Resilienzfaktoren“ genannt. Beispielhaft möchte ich hier ein paar dieser Fähigkeiten/Kompetenzen, anführen, die als Resilienzfaktoren gelten  (nach K. Reivich/A.Shatté):

  • Aktive Beziehungsgestaltung bzw. Netzwerkgestaltung
  • Akzeptanz (zB von schwierigen Situationen, anderen Meinungen etc.)
  • Selbstwirksamkeit (selber Wege sehen und beschreiten, um etwas zu verändern)
  • Verantwortung (die eigenen Anteile sehen bzw. über das eigene Handeln)
  • Lösungsorientierung (zB Aktives Nachdenken über Lösung(swege- wenger über die Probleme/Ursachen/Schuld)
  • Optimismus bzw. Emotionskontrolle/Impulskontrolle (Umgang Gefühlen und Steuerungsmöglichkeit)
  • Zukunftsplanung und Gestaltung


Hintergründe, die man kennen sollte

  • Resilienz lateinsch „zurückspringen“, „abprallen“
  • Bei Material meint der Begriff Resilienz die Eigenschaft, dass das Material nach einer Belastung wieder in den Ursprungszustand zurückkeht.
  • Kinder mit Chance
    In den 70er Jahren erforschte die Wissenschaftlerin Emmy Werner folgendes Phänomen: Nicht alle Kinder, die unter schwierigsten sozioökonomischen Bedingungen oder Traumatisierungen aufwuchsen, entwickeln sich später im Leben ungut. Zwar weiß man, dass Belastungsfaktoren wie Gewalt, Armut, Missbrauch etc. häufig zu einer schlechten Entwicklung führen. Aber eben nicht immer. In einer Studie fand E. Werner heraus, dass 1/3 der Kinder sich allen Widernissen zum Trotz gut entwickelten. Sie erforschte auch, welche Faktoren dazu führen, dass sich die Kinder gut entwickelt haben. So entstand die Resilienzforschung.
  • Trost oder Druck
    Es ist natürlich tröstlich, dass schlechte Startbedingungen sogar eine Chance bedeuten können. Gleichzeitig kann es aber auch den Druck erhöhen, denn allzu verführerisch ist die Annahme: Wer resilient ist, bewältigt Krisen. Gerade im Übertrag des Resilienz-Modells auf den beruflichen Kontext hat das schon eine kritische Dimension. Dazu muss außerdem angemerkt werden, dass sich die Belastungsfaktoren einer schwierigen Kindheit (zB Gewalt) nicht unbedingt auf die Belastungsfaktoren einer Arbeitssituation (zB Arbeits- und Leistungsdruck) übertragen lassen. Insofern scheint ein differenzierter Umgang mit dem Resilienz-Modell sinnvoll. Gerade im Arbeitskontext ist die Verlockung groß, die Resilienz-Idee für einen Selbstoptimierungswahn zu instrumentalisieren. So nach dem Motto: Wenn man nur resilient genug ist, kann man auch mit dem Arbeitsdruck umgehen.

 

Mehr dazu:
Interesse an einem Vortrag?

Sollten Sie Interesse an einem Vortrag oder Workshop zum Thema Resilienz für Ihre Firma haben, können Sie mich gerne kontaktieren.
Neben einen interessanten Einblick in das Thema biete ich auch praxisnahe Ideen an, Resilienzentwicklung im beruflichen Alltag integrierbar ist.

Persönliches Coaching oder Psychotherapie
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Psychotherapeutin und Coach geht es häufig darum, die persönliche Ressourcen nutzbar zu machen. Wenn Sie sich für herausfordernde Themen professionelle Unterstützung wünschen, begleite ich Sie gerne. Auf meiner HP finden weitere Informationen zu meinem Angebot: www.elkeradhuber.at

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