Gute Nachrichten: Kostenzuschuss wird erhöht

Zum Sommerbeginn gibt es gute Nachrichten, die mich persönlich sehr freuen: Der Zuschuss der Gebietskrankenkassen und SVA für eine Psychotherapiestunde wird von Euro 21,80 auf Euro 28,– erhöht. Die Erhöhung des Zuschusses tritt ab 01.09.2018 in Kraft.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass das Finanzielle häufig eine Hürde bei der Behandlung ist. Natürlich ist mir klar, dass mit der Erhöhung nicht alle Probleme gelöst werden. Ich denke aber, ein kleines Stück wurde diese Hürde in Angriff genommen und ein guter Schritt, um Gesundheit in Österreich mit modernen Therapiemethoden zu fördern.

Quang Anh Ha Nguyen_pexels-photo-884977Foto: CCO Pixels Quang Anh Ha Nguyen

Meine persönliche Sicht
Da ich weiß, dass für KlientInnen Psychotherapie nicht immer leicht zu finanzieren ist, habe ich mich seit Jahren persönlich intensiv für eine Erhöhung eingesetzt: Ich habe zahlreiche Briefe an namhafte PolitikerInnen, InteressenvertreterInnen und KollegInnen geschickt. Ich habe zudem Vorträge zur Notwendigkeit einer besseren Finanzierbarkeit gehalten. Außerdem habe ich viele persönliche Gespräche zur Bewusstseinsbildung geführt.
Eine Psychotherapie-Stunde in der Privatpraxis kostet seinen Preis, da davon Steuern, Versicherung, Praxiskosten etc. bezahlt werden müssen. Eingerechnet werden muss außerdem die Vor- und Nachbereitung jeder Gesprächsstunde. Hinzu kommen Fortbildung, die zu jeder professionellen Privatpraxis dazu gehört und wozu PsychotherapeutInnen auch gesetzlich verpflichtet sind. Schließlich müssen PsychotherapeutInnen nach neuesten Erkenntnisstand der Wissenschaft im Wohle der KlientInnen arbeiten können. Insofern müssen PsychotherapeutInnen in Privatpraxis eine bestimmte Honorarhöhe verrechnen, denn nur so kann eine hohe Qualität gewährleistet werden, dh. professionell und kostendeckend gearbeitet werden.
Dies erscheint für den Einzelen natürlich zuerst einmal teuer, verglichen aber mit volkwirtschaftlichen Kosten, die einer Nichtbehandlung erwachsen (zB Spitalsaufenthalte, Krankenstände, Berufsunfähigkeit etc.), ist Psychotherapie höchst effektiv. Insofern ist selbstverständlich der einzige Weg, dass der Kostenzuschuss für Betroffnene merklich erhöht wird und somit auch der Zugang zur Behandlung erleichtert wird.

Insofern bin ich sehr glücklich darüber, dass bei der Trägerkonferenz der neun Gebietskrankenkassen beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger die Zuschusserhöhung zur Psychotherapie von Euro 21,80 auf Euro 28,– Euro ab 01.09.2018 festgesetzt wurde.

Ich möchte mich hiermit bei allen bedanken, die für eine Erhöhung bisher eingesetzt haben. Auch der Berufsverband der PsychotherapeutInnen ÖBVP setzt sich weiterhin für eine Erhöhung ein, eigentliche Forderung seitens des ÖBVP ist die Erhöhung auf Euro 40,–. Mehr dazu siehe dazu APA-Ots-Meldung hier.

Mehr lesen zum Thema:

Mehr Infos zur Verrechung über die Krankenkassa – hier

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Interview für MISS: Panikattacke

Scheinbar aus dem Nichts wirken Panikattacken häufig (Lebens)bedrohlich und werfen meist viele Fragen auf. Panikattacken lassen Betroffene meist sehr verunsichert zurück. Für die Online-Miss habe ich daher einige Fragen zum Thema beantwortet: Lesen Sie mehr über typische Symptome, woher die Panikattacken kommen und was man machen sollte:

–> Hier gehts zum Artikel: Panikattacke: Symptome und was wirklich hilft

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Ermüdung und Erholung

Die Urlaubszeit naht und Feiertage laden zu Erholungszeiten ein. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Arbeitsindex vom Mai 2017, dass knapp ein Drittel der ÖsterreicherInnen Burnout gefährdet sind.

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(Ohne?) Maß und Ziel

Viele Studien weisen auf die Wichtigkeit von ausreichend Erholungsphasen hin, um körperlich und seelisch gesund zu bleiben (oder wieder zu werden). So etwa zeigen auch Forschungsergebnisse der medizinischen Universität Wien, dass es die Gesundheit dankt, wenn Arbeitstage nicht überlang sind (max. 8h). Die Ermüdungszustände nehmen nämlich proportional immer stärker zu.

Unfallrisiko und Leistungsknick

Ab der 10 Stunde ist mit einem erheblichen Leistungsknick zu rechnen und die Unfallhäufigkeit steigt rapide an. Auch zur Erholung braucht man dann länger, ein „normaler“ Feierabend reicht dann nicht mehr. So etwa braucht man laut der Studie nach zwei 12 h-Schichten anschließend drei Tage frei, um sich wieder vollständig erholen zu können.

Risikofaktor: Spätfolgen

Daraus geht hervor, dass jahrelanges (über)Ausreizen der Leistungsfähigkeit sozusagen auf die Gesundheit geht: Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Erkrankungen sind die Folge. Hinzu kommt, dass es vermehrte Anstrengung erfordert, Leistungen abzurufen zu können, wenn man längere Zeit nicht auf ausreichend Erholungsphasen achtet. Das funktioniert zwar bei vielen Menschen für einige Zeit, geht jedoch auch mit erhöhtem Stresspegel einher, was ebenfalls Folgen für die Gesundheit hat.

Ein Plädoyer für die Pause

Vielleicht sind die aufgezählten Fakten und der bevorstehende Sommer ein guter Anlass, einen guten Life-Balance-Modus zu finden. In meiner mehrteiligen Serie finden sich ein paar Inspirationen für Pausen und ein gutes Leben (zB Teil 3 „Das Leben feiern“). Manchmal ist für solche Umstellungen auch auch ein professionelles Coaching hilfreich, um Prioritäten neu zu ordnen bzw. sich etwas Unterstützung zu gönnen.

Mehr lesen:

Burnout – Ursachen

Vor einiger Zeit habe ich bereits einen Beitrag zu den Symptomen bei Burnout geschrieben. Doch warum bekommen so viele Menschen ein Burnout – nachstehend habe ich versucht die Ursachen für ein Burnout in Kürze zusammen zu fassen:

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Foto: CC Pixabay geralt

Ursachen für ein Burnout

Jeder Mensch benötigt für Leistungseinsatz ausreichend Erholungsphasen. Das unterscheidet uns u.a. von Maschinen (aber auch die brauchen Wartung). Das klingt vielleicht platt – ich schreibe dies hier jedoch ganz bewusst so ausdrücklich, weil dies ein Faktor ist, der so selbstverständlich anmutet, jedoch in unserer sehr leistungsorientierten Gesellschaft manchmal eventuell zu kurz kommt.

Stark verkürzt können die Ursachen im Bereich Arbeitsbelastung und Erholungsmangel ausgemacht werden.

Krankmachende Merkmale am Arbeitsplatz (Beispiele)

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