Resilienz – Seelisches Immunsystem

Immer häufiger taucht auch im beruflichen Alltag das der Begriff „Resilienz“ in Form von Seminaren und Vorträgen auf.  Mit Resilienz ist die psychische Widerstandfähigkeit gemeint. Diese Woche durfte ich einen Vortrag zum Resilienz-Modell halten. Da es sich lohnt, einen Blick auf das Thema zu werfen, habe ich hier die wesentlichen Eckpunkte versucht, kurz zusammen zu fassen.

Pixels_Bruce mars_bart-cool-draussen-941693

Resilienz = Psychische Widerstandsfähigkeit

Unter dem Resilienz versteht man die psychische Widerstandfähigkeit – also die Fähigkeit Krisen aktiv zu bewältigen und daran zu wachsen. Ein resilienter Mensch ist demnach jemand, der eine Krise (durch sein aktives Zutun) bewältigt und sich dadurch sogar weiter entwickeln kann.

Das Resilienzkonzept zeichnet sich also durch drei Aspekte aus:

  1. Krise
  2. Aktive Bewältigung
  3. Weiterentwicklung

 

Fakoren für eine hohe Widerstandsfähigkeit

Wie kommt es also zu einer hohen Widerstandfähigkeit? In der Literatur werden mehrere Resilienz-Modelle mit verschienden sogenannten Resilienzfaktoren vorgestellt. Mit Resilienzfaktoren sind alle dem Individuum verfügbaren physischen, sozialen, psychologischen und emotionalen Ressourcen gemeint. Also Fähigkeiten bzw. Eigenschaften die man hat und die man aktiv dafür einsetzt, eine Krise zu bewältigen. In den vielen Resilienz-Modellen werden unterschiedlich viele „Resilienzfaktoren“ genannt. Beispielhaft möchte ich hier ein paar dieser Fähigkeiten/Kompetenzen, anführen, die als Resilienzfaktoren gelten  (nach K. Reivich/A.Shatté):

  • Aktive Beziehungsgestaltung bzw. Netzwerkgestaltung
  • Akzeptanz (zB von schwierigen Situationen, anderen Meinungen etc.)
  • Selbstwirksamkeit (selber Wege sehen und beschreiten, um etwas zu verändern)
  • Verantwortung (die eigenen Anteile sehen bzw. über das eigene Handeln)
  • Lösungsorientierung (zB Aktives Nachdenken über Lösung(swege- wenger über die Probleme/Ursachen/Schuld)
  • Optimismus bzw. Emotionskontrolle/Impulskontrolle (Umgang Gefühlen und Steuerungsmöglichkeit)
  • Zukunftsplanung und Gestaltung


Hintergründe, die man kennen sollte

  • Resilienz lateinsch „zurückspringen“, „abprallen“
  • Bei Material meint der Begriff Resilienz die Eigenschaft, dass das Material nach einer Belastung wieder in den Ursprungszustand zurückkeht.
  • Kinder mit Chance
    In den 70er Jahren erforschte die Wissenschaftlerin Emmy Werner folgendes Phänomen: Nicht alle Kinder, die unter schwierigsten sozioökonomischen Bedingungen oder Traumatisierungen aufwuchsen, entwickeln sich später im Leben ungut. Zwar weiß man, dass Belastungsfaktoren wie Gewalt, Armut, Missbrauch etc. häufig zu einer schlechten Entwicklung führen. Aber eben nicht immer. In einer Studie fand E. Werner heraus, dass 1/3 der Kinder sich allen Widernissen zum Trotz gut entwickelten. Sie erforschte auch, welche Faktoren dazu führen, dass sich die Kinder gut entwickelt haben. So entstand die Resilienzforschung.
  • Trost oder Druck
    Es ist natürlich tröstlich, dass schlechte Startbedingungen sogar eine Chance bedeuten können. Gleichzeitig kann es aber auch den Druck erhöhen, denn allzu verführerisch ist die Annahme: Wer resilient ist, bewältigt Krisen. Gerade im Übertrag des Resilienz-Modells auf den beruflichen Kontext hat das schon eine kritische Dimension. Dazu muss außerdem angemerkt werden, dass sich die Belastungsfaktoren einer schwierigen Kindheit (zB Gewalt) nicht unbedingt auf die Belastungsfaktoren einer Arbeitssituation (zB Arbeits- und Leistungsdruck) übertragen lassen. Insofern scheint ein differenzierter Umgang mit dem Resilienz-Modell sinnvoll. Gerade im Arbeitskontext ist die Verlockung groß, die Resilienz-Idee für einen Selbstoptimierungswahn zu instrumentalisieren. So nach dem Motto: Wenn man nur resilient genug ist, kann man auch mit dem Arbeitsdruck umgehen.

 

Mehr dazu:
Interesse an einem Vortrag?

Sollten Sie Interesse an einem Vortrag oder Workshop zum Thema Resilienz für Ihre Firma haben, können Sie mich gerne kontaktieren.
Neben einen interessanten Einblick in das Thema biete ich auch praxisnahe Ideen an, Resilienzentwicklung im beruflichen Alltag integrierbar ist.

Persönliches Coaching oder Psychotherapie
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Psychotherapeutin und Coach geht es häufig darum, die persönliche Ressourcen nutzbar zu machen. Wenn Sie sich für herausfordernde Themen professionelle Unterstützung wünschen, begleite ich Sie gerne. Auf meiner HP finden weitere Informationen zu meinem Angebot: www.elkeradhuber.at

Advertisements

MISS-Interview: Suchtfaktor Social Media

Wunderbare Urlaubserinnerungen mit Freunden teilen – ein nachvollziebares Bedürfnis. Früher war dies aber nur eingeschränkt möglich. Kaum wer erinnern sich noch an die Einladungen zu Diashow-Abenden vom letzten Urlaub. Heute teilt man auf Instagram, Facebook und Co. geschönte Pics. Das dies auch zu einer Obsession führen kann, damit beschäftigt sich ein aktueller Beitrag im Lifestyle-Magazin MISS. Ich habe hierzu ein Interview gegeben. Man erfährt, warum übermäßige Social Media Nutzung den Narzissten in uns wecken kann und wieso wir „Likes“ so sehr lieben, ja förmlich süchtig danach werden können.

Hier klicken zum Nachlesen des Artikels (als pdf)

Vacaygoals Miss - Soical Media Sucht Artikel

Kostenlose Bewegungsangebote im Sommer

Für die Seele kann es äußerst positiv wirken, ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm zu haben. Nun gibt es österreichweit in Parks die Möglichkeit kostenlos und unverbindlich an Bewegungsangeboten teilzunehmen. Von Parkour-Freerunning über Yoga bis hin zu  Rückentraining gibt es ein attraktives buntes Programm. Für die Seele gibt es 3 gute Gründe solche Angebote zu nutzen:

Sport_pexels-photo-601177 von Tirachard Kumtanom

Foto: Pixels CCO von Tirachard Kumtanon

1) BEWEGUNG für Körper, Geist und Seele
Längst bekannt ist, dass sich sportliche Aktivität nicht nur körperlich positiv auswirkt: Auch unsere geistige Leistungsfähigkeit wird gesteigert. Es zeigte sich sogar in Studien, dass durch regelmäßigen Sport das Demenzrisiko signifikant reduziert (mehr Info hier) werden kann. Auch gilt als belegt, dass sich psychische Erkrankungen (wie beispielsweise Depression) durch regelmäßige Bewegung verbessern können.

2) LICHT für die Körper, Geist und Seele
Tageslicht ist enorm wichtig für unseren Biorhythmus. Ein komplexes Zusammenspiel von unterschiedlichen Botenstoffen sorgen in unserem Körper dafür, dass wir zu einem gesunden Biorhytmus finden. Was sich wiederum auf unsere Schlafqualität und unseren Energiehaushalt auswirkt. Was viele nicht wissen: Tageslicht wird über Haut und Augen aufgenommen und ist enorm wichtig, damit die Botenstoffen angeregt werden und dieses  Zusammenspiel gut funktionieren kann. Außerdem benötigt unser Körper Tageslicht um Vitamin D produzieren zu können. Gerade in unseren Breiten ist es daher sehr wichtig, im Sommer ausreichend unsere Vitamin D-Depots zu füllen. Ein Mangel kann unter anderem zu Gedächtnisschwäche und Depression führen.

3) SOZIALE KONTAKTE für Körper, Geist und Seele
Gefühlte Einsamkeit wirkt für die Betroffenen meist bedrückend. Außerdem zeigen viele Studien, dass es Zusammenhänge bei verschiedenen psychischen Erkrankungen und einer gefühlten Einsamkeit gibt. Sogar die geistige Leistungsfähigkeit kann darunter leiden. Da es oft gar nicht so leicht fällt, aus einer Einsamkeit heraus wieder Gefallen an sozialen Kontakten zu finden, kann ein sanfter Zugang hilfreich sein. Es bieten sich hierfür Gruppenaktivitäten besonderes im sportlichen Bereich an.

Wie finde ich Zeit und Ort der kostenlosen Angebote
Auf der Homepage „Bewegt im Park“ (–> hier) kann man alle Bewegungsangebote finden: Von Tanzen, Parkour, Zumba, Frisbee, Tai Chi, Fechten, Ballsportarten, Bootcamp, Wirbelsäulengymnastik etc. wird ein breites Spektrum abgedeckt.  Mit einer bequemen Suchfunktion wird man schnell fündig, wo was stattfindet. Von Juni bis September 2018 gibt es dieses Angebot. Finanziert wird das Angebot von den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Mehr dazu lesen:

Bewegt im Park – Homepage

Das könnte Sie auch interessieren: Beiträge zu meiner Serie „Energie und Kraftquellen“:

Sich keinen (!) Neujahrs-Vorsatz gönnen

Zum Jahreswechsel gibt es viele Bräuche, um ein gutes neues Jahr einzuläuten. Neujahrsvorsätze sind Klassiker. Oft ist auch die Rede von Neujahrs-„Challenge“ – also einer Herausforderung, der man sich stellen könne. Beliebte Ziele sind dabei: ein paar Kilo abzunehmen, mehr Sport zu machen, mit dem Rauchen aufzuhören oder weniger Alkohol zu trinken. Gängig ist auch: mehr Zeit mit der Familie verbringen, weniger TV – mehr Gespräche, Geld sparen etc.

Fraglos sind dies meist gut nachvollziehbare Wünsche fürs neue Jahr.

pexels-gratisography_road-sky-clouds-cloudy

Foto: CC0 Gratisorgraphy

Vorsatz-Pause – warum eigentlich? Weiterlesen

Anmeldung möglich: Mental Fitness-Programm

Im Herbst startet wieder das 4-Wochen-Programm zur Stärkung der mentalen Fitness 

Das eigene Wohlbefinden soll auf verschiedenen Ebenen angesprochen werden: Ziel ist, die eigene „Genialität“ und das Glücksempfinden zu fördern. Dabei werden spezielle Körperübungen mit mentalen Übungen kombiniert. Das Programm wurde auf Basis von verschiedenen Forschungserkenntnissen entwickelt.

Bälle Radhuber Mental Fitness

SCHWERPUNKTE Weiterlesen