Trauma und Therapie

Als (psychisches) Trauma versteht man eine seelische Verletzung, die durch ein traumatisierendes Erlebnis entstanden ist.  Nachstehend habe einige allgemeine Aspekte und meinen Behandlungsansatz zusammen gefasst.

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Foto: CCO  pixels Zach Damberger

Wodurch entsteht ein Trauma

Vorweg: Der Begriff Trauma wird nicht einheitlich verwendet – insofern kann es auch abweichende Darstellungen geben. Auch bei körperlichen Wunden wird der Begriff Trauma verwendet, wenn diese durch einen Unfall bzw. Gewalt hervorgerufen werden. In Anlehnung dazu wird auch im Bereich der Psyche ein erschütterndes Erlebnis unter Trauma verstanden, das Wunden hinterlässt. Beispielsweise werden oft sexuelle Gewalt und Übergriffe, Gewalterfahrungen, Unfälle, Naturkatastrophen und Kriegserfahrungen in dem Zusammenhang als Beispiele solcher Erlebnisse genannt, wo eben ernsthafte bzw. existenzbedrohende Verletzungen drohen. Allerdings kann eine Mobbing-Erfahrung oder psychischer Missbrauch ebenso traumatisierend wirken. Wie stark eine Situation erschütternd wahrgenommen wird und in Folge (nicht) verarbeitet werden kann, ist aber letztlich sehr individuell und kann schwer vorhergesehen werden.

Wie manifestiert sich ein Trauma

So sind wir Menschen auch in verschiedenen Phasen und Alter unseres Lebens  unterschiedlich verletzlich. Insofern können natürlich mannigfaltige schlimme Erlebnisse extremen Stress auslösen, Hilflosigkeit oder Entsetzen erzeugen. Meist ist es so, dass wir diese teils auch heftige Erfahrungen und einhergehende Angst und Stressempfindungen mit der Zeit verarbeiten, ohne dass eine Traumatisierung entsteht. Wenn jedoch diese Angst bzw. Stresszustände länger bestehen bleiben bzw. nicht verarbeitet werden, kann es zu einer sogenannten Traumatisierung kommen. Also zu einer seelischen Verletzung die nicht verheilt und sich immer wieder durch unterschiedliche Symptome bemerkbar macht. Allerdings sind diese Symptome nicht immer klar zuordenbar und kommen oft überraschend (zB Flashbacks). Im medizinischen Sinne spricht man von einem Trauma, wenn eine psychische Folgestörung verursacht wurde. Es ist nicht unbedingt nur die Diagnose „Posttraumatische Belastungsstörung“ der ein Trauma zu Grunde liegt. Auch bei sehr vielen anderen Diagnosen (zB Borderliner-Diagnose, Depression …) stellen sich Traumatisierungen häufig als mögliche  Ursprünge heraus.

Monotrauma und Polytrauma

Bei einem einmaligen traumatisches Erlebnis (zB Unfall) kann es zu einem sogenannten Monotrauma kommen. Von einem Polytrauma spricht man, wenn Betroffene ein Trauma haben, dass auf eine länger anhaltende schwere Belastung oder mehrere stark belastende Situationen zurück zu führen ist.

Behandlung in der Psychotherapie

Ein wesentlicher Teil einer Traumatherapie besteht in der Stabilisierung. Die Dauer dafür ist unterschiedlich und hängt auch von der Schwere der Traumatisierung ab. Es gibt dazu auch sehr unterschiedliche Fachmeinungen: Im deutschsprachigen Raum besteht oft die Meinung, dass bei sehr schweren Poly-Traumata manchmal nur eine Stabilisierung in Frage kommt und von einer Konfrontation durch Traumatherapie abzusehen ist. Die Begründung liegt darin, dass es sonst zu einer möglichen Re-traumatisierung kommt. Auf der anderen Seite gibt es den Wunsch der Betroffenen, das Erlebte zu be- und verarbeiten, sodass es ihnen besser gehen kann. In der Traumatherapie können abgespaltete und traumatische Gedächtnisinhalte bearbeitet und integriert werden, um möglichst die chronischen Beschwerden zu lindern bzw. zu heilen.

Traumatherapie mit Brainspotting

Voraussetzung für eine Traumatherapie ist aus meiner Sicht immer, dass Betroffene eine solche Therapie machen möchte. Ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zwischen KlientIn und PsychotherapeutIn bildet aus meiner Sicht die unumgängliche Basis für einen tiefgreifenden Prozess. Diese wird im Rahmen einer stabilisierenden Psychotherapie im Normalfall ohnehin aufgebaut. Für die sogenannte Traumatherapie stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung (zB EMDR, PITT, Brainspotting). In meiner Praxis arbeite ich mit sehr unterschiedlichen stabilisierenden Methoden (Ressourcenförderung, Etablierung eines sicheren Orts etc. ). Für die Traumaverarbeitung verwende ich die besonderes sanfte Traumatherapie-Methode Brainspotting an.

Eine genauere Erklärung zu der Methode Brainspotting finden sie hier

 

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Ermüdung und Erholung

Die Urlaubszeit naht und Feiertage laden zu Erholungszeiten ein. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Arbeitsindex vom Mai 2017, dass knapp ein Drittel der ÖsterreicherInnen Burnout gefährdet sind.

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(Ohne?) Maß und Ziel

Viele Studien weisen auf die Wichtigkeit von ausreichend Erholungsphasen hin, um körperlich und seelisch gesund zu bleiben (oder wieder zu werden). So etwa zeigen auch Forschungsergebnisse der medizinischen Universität Wien, dass es die Gesundheit dankt, wenn Arbeitstage nicht überlang sind (max. 8h). Die Ermüdungszustände nehmen nämlich proportional immer stärker zu.

Unfallrisiko und Leistungsknick

Ab der 10 Stunde ist mit einem erheblichen Leistungsknick zu rechnen und die Unfallhäufigkeit steigt rapide an. Auch zur Erholung braucht man dann länger, ein „normaler“ Feierabend reicht dann nicht mehr. So etwa braucht man laut der Studie nach zwei 12 h-Schichten anschließend drei Tage frei, um sich wieder vollständig erholen zu können.

Risikofaktor: Spätfolgen

Daraus geht hervor, dass jahrelanges (über)Ausreizen der Leistungsfähigkeit sozusagen auf die Gesundheit geht: Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Erkrankungen sind die Folge. Hinzu kommt, dass es vermehrte Anstrengung erfordert, Leistungen abzurufen zu können, wenn man längere Zeit nicht auf ausreichend Erholungsphasen achtet. Das funktioniert zwar bei vielen Menschen für einige Zeit, geht jedoch auch mit erhöhtem Stresspegel einher, was ebenfalls Folgen für die Gesundheit hat.

Ein Plädoyer für die Pause

Vielleicht sind die aufgezählten Fakten und der bevorstehende Sommer ein guter Anlass, einen guten Life-Balance-Modus zu finden. In meiner mehrteiligen Serie finden sich ein paar Inspirationen für Pausen und ein gutes Leben (zB Teil 3 „Das Leben feiern“). Manchmal ist für solche Umstellungen auch auch ein professionelles Coaching hilfreich, um Prioritäten neu zu ordnen bzw. sich etwas Unterstützung zu gönnen.

Mehr lesen:

Burnout – Ursachen

Vor einiger Zeit habe ich bereits einen Beitrag zu den Symptomen bei Burnout geschrieben. Doch warum bekommen so viele Menschen ein Burnout – nachstehend habe ich versucht die Ursachen für ein Burnout in Kürze zusammen zu fassen:

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Foto: CC Pixabay geralt

Ursachen für ein Burnout

Jeder Mensch benötigt für Leistungseinsatz ausreichend Erholungsphasen. Das unterscheidet uns u.a. von Maschinen (aber auch die brauchen Wartung). Das klingt vielleicht platt – ich schreibe dies hier jedoch ganz bewusst so ausdrücklich, weil dies ein Faktor ist, der so selbstverständlich anmutet, jedoch in unserer sehr leistungsorientierten Gesellschaft manchmal eventuell zu kurz kommt.

Stark verkürzt können die Ursachen im Bereich Arbeitsbelastung und Erholungsmangel ausgemacht werden.

Krankmachende Merkmale am Arbeitsplatz (Beispiele)

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Burnout – Symptome

Welche Symptome gibt es für Burnout?  Woran liegt es und wie kann man dem begegnen?

Die Symptome von Burnout können recht unterschiedlich sein – die Betroffenen fühlen sich  ausgelaugt. Da jeder Mensch sehr einzigartig ist, zeigen sich auch die Symptome vielfältig: Manche Betroffene spüren mehr auf der körperlichen Ebene – andere mehr auf der mentalen Ebene Anzeichen dafür, dass „etwas nicht stimmt.“.

tired-man „Tired Man Sitting on Bed“ -> Bild Creativ Commons: MIC445

Häufige Symptome Weiterlesen

Depression

Depressionen zählen zu den häufigsten und sehr belastenden Erkrankungen: Die Wahrscheinlichkeit im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken liegt bei rund 20 Prozent.

Depression_unsplash.com_black-and-white-person-woman-girlFoto: CC unsplash.com

Eine depressive Symptomatik hat meist sehr starken Einfluss auf Lebensqualität. Das wird besonders deutlich daran, was Betroffene über die Depression sagen:

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Depression bei Männern

Zeigen Männer andere Symptome als herkömmlich angenommen bei einer Depression? Mitunter ja! (aber nicht unbedingt) Neben den Grundbeschwerden, die für Männer und Frauen gleichermaßen gelten, gibt es viele Hinweise darauf, dass sich eine Depression bei Frauen und Männern im Detail mitunter recht unterschiedlich zeigen kann.

 

Depression_ jim jacksonpexels-photo-48566Foto: CC jim jackson

Männer leiden anders: Tatsächlich verdichten diverse Forschungen die Annahme, dass sich eine Depression bei Männern in vielen Punkten anders zeigen kann (aber nicht muss) als bei Frauen. Bei Männern mischen sich zu den „typischen“ Symptomen oft Gereiztheit, die sich in regelrechte Ärger-Attacken entladen können. Außerdem kommt es häufig zu Phänomenen, die gemeinhin nicht in Zusammenhang mit einer Depression gebracht werden, wie zB:

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Depression bei Frauen

Sind Frauen häufiger von Depressionen betroffen? In diesem Beitrag habe ich versucht die wesentlichen Fakten dazu zusammen zu fassen.  Neben den Grundbeschwerden, die für Männer und Frauen gleichermaßen gelten, gibt es viele Hinweise darauf, dass sich eine Depression bei Frauen und Männern im Detail mitunter recht unterschiedlich zeigt.

Depression_unsplash.com_pexels-photoFoto: CC Photo by Eutah Mizushima on Unsplash

Frauen gelten als das depressive Geschlecht – soweit das Klischee. Dies wird durch  Studien untermauert, wonach Frauen im Laufe Ihres Lebens ein Risiko von 16 – 22 % haben, an einer Depression zu erkranken, während Männer nur zu 8 bis 12% betroffen sind.

Spezifika bei Frauen Weiterlesen